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Arztkosten verstehen — Die neuen Gebührenordnungen

Warum Facharztbesuche teurer werden und wie Sie die Kosten richtig planen. Ein Überblick über GOÄ und Kassenleistungen.

10 min Lesedauer Mittelstufe März 2026
Patient im Wartezimmer einer modernen Arztpraxis mit digitalen Geräten und Rezeptionsbereich

Was ist die GOÄ und warum betrifft sie Sie?

Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) regelt seit Jahrzehnten, wie viel Privatpatienten und Selbstständige bezahlen müssen. 2024 kam es zu bedeutenden Anpassungen — die erste große Reform in über 20 Jahren. Das heißt: Arzttermine kosten jetzt mehr. Es’s wichtig zu verstehen, wie diese Gebühren entstehen und wo Sie sparen können.

Kassenversicherte merken von der GOÄ normalerweise nichts. Aber für Privatversicherte, Beamte und Freiberufler wird’s teurer. Wir zeigen Ihnen, welche Leistungen wie viel kosten und worauf Sie achten sollten.

Ärztliche Gebührenordnung Dokument mit Tabellen auf einem Schreibtisch neben einer Brille und Notizblock

Wie setzen sich Arztkosten zusammen?

Ein Arztbesuch besteht aus mehreren Positionen — und jede wird einzeln abgerechnet. Das Konsultationsgespräch kostet anders als die Untersuchung. Labortests, Röntgen, Spritzen — alles hat eigene Gebühren.

Grundgebühr: Das erste Gespräch mit dem Arzt (GOÄ-Position 1)
Untersuchung: Abhängig von Fachrichtung (Allgemeinmedizin vs. Facharzt unterscheiden sich)
Zusatzleistungen: EKG, Blutdruck, Labor — jede Position kostet extra
Materialkosten: Verbandsmaterial, Spritzen, Injektionen werden separat berechnet

Der Arzt kann die Gebühren um bis zu 3,5x erhöhen (Steigerungsfaktor). Bei komplexen Fällen oder langen Terminen wird’s also deutlich teurer als die Grundgebühr.

Facharzt mit Stethoskop untersucht Patientin in heller Praxis, moderne medizinische Ausrüstung sichtbar

Privatversicherte vs. Kassenversicherte

Hier’s der wichtige Unterschied: Kassenpatienten zahlen nichts direkt beim Arzt. Die Krankenkasse zahlt pauschal. Privatversicherte kriegen eine Rechnung und reichen sie bei ihrer Versicherung ein.

Das Problem: Viele Privatversicherungen erstatten nicht zu 100 Prozent. Manche zahlen nur 80 oder 90 Prozent. Und der Arzt kann höhere Gebühren berechnen, wenn der Fall kompliziert ist. Das bedeutet für Sie: Selbstbeteiligung möglich.

Beispiel: Ein einfacher Hausarzttermin kostet ca. 50–80 Euro. Ein Facharzt für Kardiologie verlangt 120–200 Euro. Mit Zusatzuntersuchungen schnell 300+ Euro.

Krankenkassenkarte und Versicherungsdokumente auf blauem Hintergrund mit Stethoskop

So planen Sie Ihre Arztkosten richtig

Fünf konkrete Schritte helfen Ihnen, Überraschungen zu vermeiden:

01

Fragen Sie die Gebühren vorher

Vor einem Facharzttermin anrufen und fragen: Was kostet die Grundgebühr? Welcher Steigerungsfaktor wird verwendet? Manche Praxen geben Ihnen schon eine Orientierung.

02

Überprüfen Sie Ihre Versicherung

Bei Privatversicherung: Welcher Erstattungssatz gilt? 80, 90 oder 100 Prozent? Gibt’s Selbstbeteiligungen? Das macht oft 30–50 Euro pro Termin aus.

03

Fragen Sie nach Kassenleistungen

Manche Untersuchungen sind auch bei Privatversicherten Kassenleistung. Ein EKG beispielsweise — fragen Sie, ob der Arzt das als Kassenleistung abrechnet.

04

Sammeln Sie Rechnungen

Bewahren Sie alle Arztkosten auf. Am Jahresende können Sie außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen — aber nur mit Belegen.

05

Vergleichen Sie bei Spezialterminen

Bei teureren Fachärzten (Zahnarzt, Augenarzt, Orthopäde) können die Gebühren stark unterscheiden. Ein Anruf bei 2–3 Praxen kostet nichts — spart aber schnell 100 Euro.

Frau mit Tablet sitzt am Schreibtisch, organisiert medizinische Rechnungen und Versicherungsdokumente

Was ändert sich durch die neue GOÄ?

Die Reform 2024 erhöht die Gebühren erheblich. Nicht alle Leistungen steigen gleich — manche um 15 Prozent, andere um 40 Prozent. Besonders teuer wird’s bei zeitintensiven Untersuchungen und Beratungen.

Für Ärzte ist die neue GOÄ eine Modernisierung — die alte stammte von 1996. Für Patienten bedeutet das: Mehr Geld aus der eigenen Tasche. Allerdings gibt’s auch Entlastungen: Neue Gebühren für digitale Beratung (Telemedizin) werden oft günstiger abgerechnet als Vor-Ort-Termine.

“Die GOÄ-Reform macht Arztbesuche transparenter, aber eben auch teurer. Privatversicherte sollten ihre Versicherungsbedingungen überprüfen — schnell sparen hier kleine Unterschiede große Summen.”

— Dr. med. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer
Ältere Patientin bei Facharzt-Untersuchung mit digitalen Geräten und modernem Equipment in der Praxis

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Arztkosten für Privatversicherte steigen durch die neue GOÄ 2024 deutlich
  • Fragen Sie vorher nach Gebühren — es’s völlig normal, das zu tun
  • Der Steigerungsfaktor (bis 3,5x) macht den großen Unterschied bei Fachärzten
  • Überprüfen Sie Ihre Versicherung — nicht alle Leistungen werden zu 100% erstattet
  • Telemedizin ist oft günstiger als Praxistermine
  • Bewahren Sie Rechnungen auf — manche Kosten sind steuerabzugsfähig

Arztbesuche sind teurer geworden, ja. Aber mit etwas Planung und den richtigen Fragen lässt sich das Budget deutlich besser kontrollieren. Und denken Sie dran: Gesundheit ist’s wert — nur sollte sie nicht überraschend teuer werden.

Hinweis

Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine medizinische oder finanzielle Beratung dar. Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) wird regelmäßig angepasst — die hier genannten Informationen entsprechen dem Stand März 2026. Für konkrete Fragen zu Ihren persönlichen Arztkosten konsultieren Sie bitte direkt Ihre Versicherung oder den behandelnden Arzt. Jeder Fall ist individuell, und die tatsächlichen Kosten können variieren.